Zum Thema: Mobbing

Autorin: Maria Riedl

„To mob“ bedeutet im Englischen „über jemanden herfallen, jemanden angreifen“. Im englischen Sprachraum wird zumeist der Begriff „bullying“ verwendet. Mobbing seitens Vorgesetzter wird gelegentlich als „bossing“ bezeichnet. Auf der gleichen Hierarchieebene existiert die Bezeichnung „stuffing“.

67% der Österreicher haben derzeit Mobbing erlebt. Psychoterror am Arbeitsplatz, ständige Schikanen von Kollegen, seelische Grausamkeit im Alltagsleben oder im Internet: Mobbing ist allgegenwärtig und äußert sich auf unterschiedlichste Weise.

Während Kinder und Jugendliche oft in sozialen Netzwerken gehänselt oder von älteren Mitschülern drangsaliert werden, sind Erwachsene häufig mit falschen Tatsachenbehauptungen bis hin zur Rufschädigung, Gewaltandrohungen oder Stigmatisierung konfrontiert. Es drohen negative gesundheitliche Folgen, die von Misstrauen und Angstzuständen bis hin zu sozialer Isolation - und somit einem starken Verlust an Lebensqualität - führen können.

Mobbing zeigt sich:

Auslöser für Mobbing:
Jemand ist anders (Herkunft, Religion, Aussehen...), Konkurrenz, Angst, sich bedroht fühlen (i. d. Bequemlichkeit bleiben wollen, die Komfortzone nicht verlassen wollen...), Rache, Machtspiele.

Typische Handlungen für einen Mobbingverlauf:

Rollen bei Mobbing:
Täter, Opfer, Mitläufer, Beobachter und Wegschauer.
In der Gehirnforschung wurde nach­gewiesen, dass Mobbing auch bei Tätern nachhaltige Spuren hinterlässt.

Wie wird man zum Opfer?
Unsicherheit, Angst, geringer Selbstwert, Scham- und Schuldgefühle erhöhen die Wahrscheinlichkeit, zum Mobbingopfer zu werden.

Merke:
In Österreich gibt es keine Rechtssprechung zu Mobbing, aber es gibt eine rechtliche Fürsorgepflicht des Dienstgebers.

Was tun bei Mobbing - Strategien

Folgen von Mobbing:
Ein- und Durchschlafstörungen, Selbstwertkrisen, belastende Träume, Kopfschmerzen, Magenschmerzen, Depressionen (bis zu Suizidgedanken), Angstzustände, Posttraumatische Belastungsstörungen, andauernde Persönlichkeitsveränderungen (bei langer Dauer).

Besonders bei lange andauerndem Mobbing zeigen sich Persönlichkeitsveränderungen wie: eine feindliche Haltung gegenüber der Welt, ein ständiges Gefühl des Bedrohtseins, ein suchthaftes Erzählen des eigenen Schicksals und der eigenen Kränkungen.
Diese Persönlichkeitsveränderung trägt einen Teil dazu bei, dass häufig von Mobbing betroffene Personen gekündigt oder versetzt werden und nicht die Angreifer.

Literatur:
Kessler-Eckhart Silvia (2019): Seminar Krisenintervention: Gewalt, Mobbing, Burnout. Unterrichtsskript im Seminar in der Aus­bildung zur dipl. Lebens- und Sozialberaterin an der VITAK Sbg.