Nachhaltigkeit im SZ Pillerseetal - ist auch die Pflege nachhaltig?

Autor: Lothar Riedl

Ein Uni-Professor der Physik aus München arbeitet in der International Christian University Tokio zum Thema Nachhaltigkeit und Energie­effizienz (Sustainable University Development Workshops ~ renewable energy – energy efficiency – education – management;
siehe: sudworkshops.wordpress.com).

Im März besuchte Prof. Eckhard Hitzer das SZ Pillerseetal wegen seines Interesses an der CLT-Holzmodulbauweise in Passivhausstandard. Sein Bericht steht auf einem Server für Social Science und soll im Europajournal der UNI Tokio veröffentlicht werden:
Preprint: vixra.org/abs/1911.0147
PDF: vixra.org/pdf/1911.0147v1.pdf

Nicht nur die Bauweise beeindruckte Prof. Hitzer, sondern vor allem auch der von ihm beobachtete Erfolg der Pflege:
„Die Bauweise wurde mir vom Architekten erklärt, und Hr. Breitmayer gab mir eine ausführliche Führung durchs Altenheim selbst. Jedes Zimmer ist im nachhaltigen Holz­modulbau in Hotelzimmerqualität komplett mit Badezimmer und grossen Panorama­fenstern (zu Standardaltenheimbaukosten).
Es gibt Wohngruppen von 20 Zimmern zu beiden Seiten des Hauses mit je einer gemeinsamen Wohnküche. Dort essen die alten Menschen zusammen mit dem Pflegepersonal an 6-er-Tischen, wie man sie auch privat finden würde.

Tische decken und danach abräumen und abwaschen machen die Mitbewohner teilweise selber. Jeder grüßt jeden, und ich sah niemanden irgendwie abwesend dasitzen.
Schlüsselkonzepte sind die Anregung aller fünf Sinne und die biographische Pflege, die bei einem Neuzugang auch eine ausführliche Biographie ab der Kindheit benötigt, um klar zu erkennen, was der Person jeweils wichtig und interessant ist und was ihre wesentlichen Erfahrungen und Charakter sind.

Jeder Heimbewohner wird mobilisiert (Erfolg bei 68 von 70), die Sterberate nach der Umsiedlung ist bei nur 1%, viele erfahrungs- und interessengerechte Beschäftigungsmöglichkeiten werden geboten, und das Sterben wird leicht (am Vormittag noch an einer Aktivität teilgenommen und am Nachmittag sanft entschlafen). ... Sie merken mir vielleicht die Begeisterung an…“

Architekt Planerer, Prof. Eckhard Hitzer

Dazu meine Überlegung:
Wie könnte man „Nachhaltigkeit“ für die Pflege definieren?
Der Begriff bedeutet im ursprünglichen Wortsinn „längere Zeit anhaltende Wirkung“.
„Nachhaltigkeit“ wurde bisher für langzeitig erfolgreiches Wirtschaften (ohne Raubbau) verwendet und steht heute immer mehr für „enkelgerechte Umweltpolitik“.

In der Pflege könnte man gut geplante erfolgreiche Pflege (ohne Raubbau an den eigenen Ressourcen) als Nachhaltigkeit bezeichnen.
Damit könnte man auch die Faszination der erfolgreichen Pflege im SZ Pillerseetal für einen Physikprofessor erklären, der sich berufsbedingt für Architektur, Energie­effizienz und Nachhaltigkeit interessiert. Lesen Sie dazu im Internet den Preprint als PDF!

Das Team des Sozialzentrums Pillerseetal hat sich diese Anerkennung von unerwarteter Seite wirklich verdient.
Nach der Veröffentlichung des Preprints könnte eine Gruppe Japaner anreisen und alles mit eigenen Augen und Kameralinsen sehen wollen. Sagt ihnen, sie sollen ihre Pflegeroboter daheim lassen - wir wollen menschliche Pflege für unsere betagten Menschen!

Ein fröhliches Weihnachtsfest und viele Jahre erfolgreicher (nachhaltiger) Arbeit wünscht allen L. Riedl.