L E B E N im Heim – trotz Corona-Ausnahmezustand

Corona Seefeld

Autorin: DGuKP Gassler Michaela

L E B E N im Heim – trotz Corona-Ausnahmezustand

Gedanken einer Pflegeperson zum Thema

Besuch im Heim Verschlossene Türen, Besuchssperre, Veranstaltungsabsagen, Reduktion sämtlicher Möglichkeiten, Abstand halten und der Nasenmundschutz bei Mitarbeitern, immer neue Informationen, Regelungen und eine Unmenge an Listen, ….
Wie fühlt sich da wohl LEBEN im Heim noch an?

Diese Frage stellten sich in den letzten Wochen Bewohner, Angehörige, Mitarbeiter und Außenstehende. Jeder war in irgendeiner Form in seinem Leben und Alltag von den einschränkenden Maßnahmen zur Corona Pandemie betroffen.

Und doch: Trotz der Herausforderungen eines solchen Ausnahmezustand ist ein lebenswertes LEBEN im Heim möglich!

Neben dem umfangreichen Krisenmanagement der Heimführung, das von heute auf morgen hochgefahren werden musste, war und ist die Pflege in dieser Zeit Zentrum und Angelpunkt des Lebens im Heim.

  • Sicherheit und Nähe vermitteln in einer unsicheren Zeit mit Abstandsregeln,
  • Professionell umgehen mit auftauchenden Ängsten und Unsicherheiten der Bewohner und Angehörigen und sich selbst,
  • trotz Nasenmundschutz ein Lächeln schenken können – mit den Augen lächeln lernen,
  • vor jedem Satz tief einatmen und lauter reden müssen, da der MNS das Lippenlesen nicht möglich macht,
  • immer neue Anweisungen verständlich und milieusprachlich kommunizieren können,
  • Türglocken, Telefonate, Videotelefonie, Umplanen, Termine verschieben, zusätzliches Dokumentieren ….
  • Abstand halten bei Dienstbesprechungen und in der Pause, … u.v.m.
  • unterschiedliche Stimmungen im Team auszuhalten und achtsam miteinander umzugehen,
  • und nicht zuletzt auch gut für sich selbst und die eigene Gesundheit zu achten.

Flexibilität und Kreativität und Achtsamkeit sind gefragt! Doch gerade das sind ja auch einige der speziellen Fähigkeiten die unsere Berufsgruppe auszeichnen! Wir haben es mit uns selbst und mit den unterschiedlichsten Menschen und ihrer jeweils einzigartigen Identität zu tun, wir erkennen die verschiedensten Befindlichkeitszustände und Krankheitsverläufe, können mit wechselnden Tagesverfassungen unserer Mitmenschen umgehen, begleiten sie und finden doch meist irgendeinen Weg, um die oft auch unmöglichsten Situationen gemeinsam so gut wie möglich zu meistern.

Ja, auch im Ausnahmezustand und trotz der Herausforderungen ist jedes LEBEN lebenswert!