Impressionen aus der Vorweihnachtszeit

SZ Pillerseetal Advent Corona

Autoren: Herbert Breitmayer und Andrea Kranz

Ampelsysteme, spezielle Leitfäden, Registrierungen für Besucher und regelmäßige Testungen… all das begleitet uns seit Monaten.
Dass unser Haus noch von der Pandemie verschont geblieben ist, verdanken wir einer konsequenten Umsetzung der vorgegebenen Richtlinien, dem übergebührlichen Einsatz aller Mitarbeiter und der großen Disziplin der Bewohner. Das ist eine Anforderung, die in Zeiten wie diesen weit über die alltägliche Umsetzung des zertifizierten Integrativen Pflegekonzeptes hinausgeht. Betroffen sind dabei nicht nur die einzelnen Wohnbereiche, gefordert ist in der Umsetzung jeder einzelne, der dieses Haus betritt und hier seinen Tätigkeiten nachgeht.

Adventkranz Eine enorme Belastung für alle Verantwortlichen, die noch dazu mit den psychischen Veränderungen der Bewohner zurechtkommen mussten, die nicht mehr regelmäßig Besuch erhalten konnten. Die Mitarbeiter versuchten viel zu kompensieren, aber eine Tochter oder einen Sohn, ein Enkerl, die kann man halt nicht ersetzen. So wurde auch viel telefoniert oder geskypt und zurzeit freut man sich auf den wöchentlichen Besuch der kommen kann.

Viel Augenmerk widmete man den instabilen Bewohnern des Hauses, um sie mit den Umständen vertraut zu machen und sie im positiven Sinne durch diese Zeit zu führen. Sogar auf der Demenzstation – im Hoamatl – war man überrascht, wie die Menschen mitmachten und sich den neuen Herausforderungen stellten.

Auch fehlen uns unsere vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer, die seit vielen Jahren ein so wichtiger Teil der Atmosphäre des Hauses geworden sind und jetzt ihren Diensten nicht nachkommen können. Kein Kaffeekränzchen, kein Konzert, kein Preiswatten, keine Ausflüge, kein Adventmarkt und auch so manche wertvollen Gespräche können nicht stattfinden. Nicht einmal der Kathreinball konnte ablaufen. Man spürt es, wie sie fehlen und gibt gleichzeitig der großen Hoffnung Ausdruck, dass sie in absehbarer Zeit wieder zurückkommen und der Einzigartigkeit dieses Hauses wieder ihre herzliche Aura verleihen.

Adventbäckerei Der Pfleger Andi Horngacher sieht die Coronazeit ebenfalls als eine große Herausforderung und betont, dass die Vorstellung für ihn und seine KollegInnen, den Virus ins Haus „hineinzutragen“, eine große Belastung ist. Das bedeutet auch, dass sie in allen Bereichen ihrer Freizeit enorm aufpassen, ja nicht in Kontakt damit zu kommen. So ändert sich für sie nicht nur das Verhalten bei der Arbeit, sondern auch zu Hause und bei den eigenen sozialen Kontakten. Mit so manchen uneinsichtigen Angehörigen hat er auch seine persönlichen Erfahrungen gemacht, als er diesen die strengen Regelungen mitteilen musste.

Wie wird der Advent werden, Nikolaus, Weihnachten? „Das wird heimelig, das wird echt und es wird schön“, sind alle gleicher Meinung.

Unser Haus hat in diesen Zeiten eine Art Entschleunigung erfahren, es herrscht Ruhe und die strahlt eine angenehme Atmosphäre aus. Im großen Innenhof leuchtet bereits ein Weihnachtsbaum, ein modernes Design, unzählige kleine Lichtpunkte. Den Bewohnern gefällts. Sie können umgehen mit neuzeitlichen Dingen, auch wenn sie bereits zu den älteren Semestern gehören. Und sie können auch mit Corona umgehen in einer vorbildlichen Art und Weise.

All das ist unserem großartigen Team des Sozialzentrums geschuldet. Sie haben den „Corona-Pack“ geschultert und die Mehrarbeit bürokratischer und organisatorischer Natur in Kauf genommen, kämpfen gegen die schleichende Corona-Müdigkeit vehement an und geben ihr Bestes. Mögen sie weiterhin durchhalten und ihr Engagement behalten, mögen danach die freiwilligen Kräfte wieder zurückkehren und möge die „gute alte Zeit“ eine Fortsetzung finden. Adventkranz

Wir sagen Danke
Herbert Breitmayer und Kranz Andrea