IPK-Kursabschluss des Roten Kreuzes Kärnten

Rotes Kreuz Kärnten IPK-Kurs

Autorin: Eva Sachs-Ortner

IPK-Kursabschluss des Roten Kreuzes Kärnten

Abschluss der zweiten Ausbildungsreihe der Gesundheits- und sozialen Dienste des Roten Kreuzes Kärnten

RK Kursgruppe
Die zweite Kursreihe der Gesundheits- und sozialen Dienste des Roten Kreuzes Kärnten startete im Oktober 2015 mit hoher Motivation. 20 TeilnehmerInnen, von den PraxisanwenderInnen unter Ihren KollegInnen schon ein wenig über die Inhalte des Integrativen Pflegekonzeptes vorinformiert, blickten der Ausbildungsreihe interessiert entgegen.

Am 16. September 2016 konnte nach fast einem Jahr Laufzeit die Kursreihe erfolgreich abgeschlossen werden. 16 TeilnehmerInnen dürfen sich jetzt „PraxisanwenderInnen für das Integrative Pflegekonzept“ nennen. Abgehalten wurden die einzelnen Module von Mag. Dr. Maria Riedl und mir. Mit einem Notendurchschnitt von 1,9 können die AbsolventInnen mit Stolz auf eine lehrreiche gemeinsame Zeit zurückblicken.

Die laufende Zusammenführung von Theorie und Praxis warf viele konstruktive Fragen auf und gestaltete damit den Unterricht sehr lebhaft. Vielen Dank an das gesamte Team für die tolle Mitarbeit. Einen Dank aussprechen möchte ich an dieser Stelle aber auch ganz besonders der Pflegedienstleitung, Frau Klammer Barbara, für die sehr gute Ablauforganisation während und zwischen den einzelnen Modulen.

Bei der Evaluierung der Ausbildungsziele machten sich die KursteilnehmerInnen über folgende Fragen Gedanken: „Was hat mir die Ausbildung gebracht?“ „Welche Veränderungen können festgestellt werden?“

  • „Ich nehme mir seit IPK bewusst mehr Zeit für unsere Klienten.“
  • „Ich habe jetzt viel mehr Anknüpfungspunkte, die Kommunikation hat sich dadurch sehr verbessert.“
  • „Ich verstehe jetzt das Verhalten unserer Klienten besser, kann herausfordernde Verhaltensweisen korrekt einschätzen, und weiß, jedes Verhalten macht Sinn.“
  • „Der Austausch im Team hat sich intensiviert, wir sprechen uns jetzt genauer ab.“ „Die Teamarbeit hat sich verbessert.“
  • „Die Biografiearbeit ist sehr interessant.“ „Ich reflektiere dadurch auch mich selbst viel genauer, denn auch die Eigenbiografie beschäftigt mich jetzt sehr.“
  • Bewusstseinsbildung: „Ich sehe jetzt vieles anders, nicht nur im pflegerischen, sondern auch im privaten Bereich.“
  • „Der Beziehungsaufbau hat sich intensiviert – von der Oberfläche in die Tiefe. IPK macht den Menschen interessanter.“
  • „Die Beachtung der Psyche ist ein wichtiger Teil in der Betreuung und Pflege geworden.“
  • „Mehr Feingefühl hat sich eingestellt, Vertrauensaufbau hat an Priorität gewonnen.“
  • „Die Förderung der Selbstständigkeit, die Ressourcenförderung, ist uns als ein wichtiges Ziel verinnerlicht worden.“
  • „Jetzt habe ich für mein Tun endlich ein konkretes, schriftliches Handwerkszeug.“
  • „Ich habe die „typische Schwesternrolle“ verlassen, jetzt kann ich von einer partnerschaftlichen Kommunikation sprechen.“
  • „Die Angehörigenarbeit hat einen hohen Stellenwert eingenommen, wir argumentieren jetzt anders.“

Als größte Herausforderung in der gesamten Begleitung stellt sich die richtige Dosis an Unterstützung und Hilfestellung. Einerseits sollte natürlich auf das Maß an Unterstützung geachtet werden, um das Frustrationspotential so niedrig wie möglich zu halten. Andererseits sollte von Beginn der Betreuung an die Selbstständigkeit gefördert werden. Je mehr der alte Mensch, wenn auch mit Hilfestellung, selbst erledigen kann, desto länger kann die Unselbstständigkeit und Abhängigkeit hinausgezögert werden.

In der Pflegedokumentation wurde als erster Schritt die Pflegeanamnese um Elemente des Integrativen Pflegekonzeptes (IPK) erweitert. Die Biografiearbeit wurde als fixer Bestandteil in der Begleitung eingeführt. Der erste Meilenstein für die Umsetzung des Konzeptes in die Praxis ist somit gelegt und es können schon erste Erfolge mit Stolz und Freude verzeichnet werden.

Frau Dr. Riedl und ich gratulieren den „frischgebackenen PraxisanwenderInnen“ und bedanken uns bei allen TeilnehmerInnen für die konstruktive und anregende gemeinsame Zeit. Gleichzeitig freuen wir uns auf die nächste, die dritte Kursreihe beim Roten Kreuz Kärnten im November dieses Jahres.

Mein innerer Film
Ernst Huttegger, "Mein innerer Film"

„Ich kann die Falten, die das Leben schrieb, viel besser lesen, wenn ich die Biographie des älteren Menschen kenne und verstehe.“ (Schülerin eines Fachseminars für Altenpflege, Kerkhoff, Halbach 2002)